Aktuelles

Aufruf: Safe Abortion Day 2021

150 Jahre Widerstand gegen §218 StGB – es reicht! #Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetz!

In Regensburg werden pro familia, die Hochschulgruppe “Kritische Medizin Regensburg” sowie das feministische Kollektiv eben.widerspruch anlässlich des Safe Abortion Day am 28.09.21 eine Kundgebung organisieren, um über einen Gallery Walk einige Aktivist:innen aus Geschichte und Gegenwart des Widerstands gegen §218 vorzustellen und in Redebeiträgen aus der Beratungspraxis und der universitären Lehre zu berichten, Schwangerschaftsabbrüche in das Konzept reproduktiver Gerechtigkeit einzuordnen sowie Betroffene, die sich für einen Abbruch entschieden haben, zu Wort kommen zu lassen.

Let´s #MakeUnsafeAbortionHistory#wegmit218!

Zu unserem Aufruf geht es hier entlang, zur Facebook-Veranstaltung hier, zum Aufruf zur bundesweiten Kampagne hier.


Aufruf: Internationaler Frauen*kampftag 2021

Wir möchten einen möglichst solidarischen Umgang mit der grassierenden Corona-Pandemie finden. Daher haben wir uns aufgrund der aktuellen Situation in diesem Jahr für dezentrale Aktionen rund um den 8. März und in dem Zusammenhang unter anderem für eine Online-Kundgebung entschieden.

Am 8. März werden daher auf dieser Homepage sowie unserer Facebook-Seite respektive in der zugehörigen Facebook-Veranstaltung und auf Instagram Beiträge regionaler und überregionaler Akteur*innen, Gruppen, Netzwerk und insbesondere feministischer Aktivist*innen veröffentlicht, die uns an diesem Tag unterstützen.

Warum wir finden, dass das auch über 100 Jahre nach der Einführung des internationalen Frauen*tags bitter nötig ist, könnt ihr in der Rubrik Frauen*kampftag sowie der Facebook-Veranstaltung nachlesen.

Nachbericht: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Danke an Micha vom Frauennotruf Regensburg und Solwodi Regensburg für eure ermutigenden Beiträge gestern, an die rund 80 Teilnehmer*innen für ihren Support und selbstverständlich auch an das kurzfristig verhinderte Autonome Frauenhaus Regensburg für eure Unterstützung! Danke an all die helfenden Hände in Sachen Technik, Infomaterial & Co.!

Gestern konnten wir gemeinsam Öffentlichkeit schaffen – lasst uns weiter entschlossen und solidarisch gegen patriarchale Gewalt auf die Straße gehen! Ob im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz oder im Genoss*innen-Kreis, ob online oder offline: Stellt euch gemeinsam Diskriminierung und Gewalt dort entgegen, wo sie euch begegnet!

Berichterstattung von Regensburg-digital: https://www.regensburg-digital.de/keinen-bock-mehr-in-habachtstellung-heimzugehen/01122020/?fbclid=IwAR2rRf_E–pGZiFbtuX-ZDhymf0SUxKNyggGncn8Tw6gblX09cTiOxqFjds


Aufruf: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Sick and tired of walking home like this!
Kundgebung am 28.11.2020 in Regensburg anlässlich des internationalen Tags zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

„Aber schlagen würde er mich nie“
Jede dritte Frau hat mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt in der Partnerschaft erfahren: Mehr als 81 Prozent der Gewalt in Partnerschaften richtet sich gegen Frauen. Fast die Hälfte davon hat in einem gemeinsamen Haushalt mit dem mutmaßlichen Täter gelebt. [1] Diese Zahl zeigt nur das Hellfeld, die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Wenn von „Gewalt“ die Rede ist, muss es nicht heißen, dass diese körperlich stattfindet: Es gibt verschiedene Formen von Gewalt, die in geradezu ekelhafter Vielfalt und meist in mannigfaltigen Kombinationen ausgeübt werden. Körperliche Gewalt ist nur eine grausame von ihnen.


Ni una menos
Statistisch betrachtet wird in Deutschland jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Erst vor wenigen Wochen standen wir in Regensburg am Frauennotruf-Mahnmal: Eine Frau wurde von ihrem Ehemann getötet. Fast alle Tötungen im Beziehungskontext treffen Frauen*, das ist kein Zufall: Femizide werden nicht selten als „Beziehungstat“, „Ehedrama“ oder „Tat aus Eifersucht“ verharmlost und dadurch privatisiert und entpolitisiert – dabei sind sie Teil der strukturellen Gewalt einer patriarchalen Geschlechterordnung!


A girl walks home alone at night
Gewalt gegen Frauen* ist nicht nur ein Problem hinter verschlossenen Türen, sondern trauriger Alltag auch im öffentlichen Raum – sexuelle Belästigung und sexualisierter Gewalt bzw. die Angst davor – begleiten Frauen* meist von Kindesalter an. Sexuelle Belästigung reicht von weniger schwerwiegenden Formen wie Anstarren, anzüglichen Bemerkungen oder Belästigungen per Telefon oder im Internet über unerwünschte Berührungen, bis hin zu körperlichen Übergriffen.


Auf sexuelle Belästigung wird mit Tabuisierung reagiert. Die Tat wird oft verharmlost, als Scherz abgetan und die Frauen* als überempfindlich dargestellt. Täter-Opfer-Umkehr, Victim-blaming – wir sind es so leid.
Auch wenn wir nirgendwo und zu keiner Tageszeit davor gefeit sind, angestarrt, angesprochen und angefasst zu werden, ist der nächtliche Heimweg alleine für Frauen* doch auch ein Inbegriff dessen, wie wenig frei wir leben können. Diese und weitere Gedanken, Ängste und Sorgen begleiten Frauen* und Mädchen* an fast jedem Abend, an dem sie alleine unterwegs sind: „Hab ich meine Schlüssel griffbereit?“, „Ganz schön dunkel und einsam hier, lieber mal den hell beleuchteten Umweg gehen.“, „Lieber leise sein und hoffen, dass man nicht bemerkt wird oder so tun als würde man telefonieren?“ „Ist da wer hinter mir?“, „Wenn mich jemand angreift, lieber laut “Feuer” brüllen – ansonsten würde es eh niemanden der Anwohner*innen oder Passant*innen interessieren.“ – denn wer weiß, selbst wenn frau in einer bewohnten Siedlung oder in der Altstadt belästigt wird, heißt das leider noch lange nicht, dass ihr geholfen wird.

Wir haben keinen Bock mehr, in Habachtstellung heimzugehen! Wir haben es satt, mitansehen zu müssen, wie Gewalt an Frauen* und Mädchen* nicht nur hingenommen, sondern durch tiefsitzende patriarchale Ansichten sogar begünstigt wird. Lasst uns solidarisch sein mit all den Frauen* und Mädchen*, die Gewalt ausgesetzt sind. Wir lassen uns nicht weiter einschüchtern – We are sick and tired of walking home like this!

Im Rahmen der Kundgebung halten wir uns selbstverständlich an die geltenden Hygiene-/ Abstandsregeln und bitten euch, nicht nur den Mund-/Nasenschutz nicht zu vergessen, sondern auch vor Ort die Abstandsregeln einzuhalten – solidarisch gegen Corona!

*Zur Genderschreibweise: Wir haben die Begriffe „Frau“ und „Mann“ mit Sternchen* markiert. Wie auch der Gender_Gap soll das Sternchen zugleich darauf hinweisen, dass es unterschiedliche Identitätskonzepte von Weiblichkeit und Männlichkeit sowie Menschen gibt, die sich nicht in der Zweigeschlechtlichkeit wiederfinden. Zugleich ist Zweigeschlechtlichkeit als soziales Verhältnis wirkmächtig und muss benannt werden. Die Begriffe „Frau“ und „Mann“ bezeichnen nichts Natürliches, sondern sind Positionen in diesem Verhältnis.


Jin Jiyan Azadî! Für die Freiheit und das Leben!

Als Antifaschist*innen kämpfen wir gegen jede reaktionäre Ideologie und für eine befreite, emanzipatorische und solidarische Gesellschaft.

Dass dieser Kampf notwendig ist, zeigen uns nicht nur die Anschläge der zurückliegenden Wochen. Die Ideologien dahinter mögen aus unterschiedlichen Bewegungen stammen – ob IslamistInnen, andere religiöse FundamentalistInnen oder Rechtskonservative bis extreme Rechte – doch eint sie alle ihr menschenverachtendes Gedankengut, die tödliche Hetze gegen vermeintliche gesellschaftliche „Abweichler*innen“ propagiert.

Eine wesentliche Gemeinsamkeit findet sich beispielsweise hinsichtlich der Vorstellung zu Geschlechterrollen, zu möglichen Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen. Ein bislang in Berichterstattung wie Analyse(n) zu terroristischen Anschlägen kaum beachtetes und erst allmählich präsenter werdendes Motiv sind eben diese antifeministischen und frauenverachtenden Positionen. Besonders gefährlich, da diese als Scharnier bis in konservative, bürgerliche Kreise hinein genutzt werden (können).

Unsere Solidarität gilt den Opfern der Attentate, ihren Angehörigen und Freund*innen. Unsere Solidarität gilt ebenso all jenen, die sich dem Terror entgegenstellen, wie beispielsweise der kurdischen Frauenbewegung und der YPG/ YPJ, die ihr Leben im Kampf gegen jene reaktionären Ideologien und deren Ausführenden tagtäglich aufs Spiel setzen.

In diesem Sinne: Jin Jiyan Azadî! Feministische Solidarität – grenzenlos.


Solidarität mit ungewollt Schwangeren in Polen und überall!

Soliaktion vor dem Dom in Regensburg

Gestern hat das polnische Verfassungsgericht entschieden, dass die embryopathologische Prämisse für eine Abtreibung verfassungswidrig ist. Für viele ungewollt Schwangere bleibt damit nur die Reise ins Ausland, um einen Abbruch vornehmen zu lassen – eine enorme finanzielle Hürde!

Wir solidarisieren uns mit allen Betroffenen restriktiver Abtreibungsgesetze und ungenügender Versorgungslage weltweit und haben in diesem Zusammenhang gestern schwarze Regenschirme als Symbol des polnischen Widerstands vor den Dom getragen.

Unsere Schirme landeten übrigens nicht von ungefähr genau zwischen dem Regensburger Dom und der Stiftskirche St. Johann. In Letzterer finden in hübscher Regelmäßigkeit Messen im Zusammenhang mit so genannten „Gebetsvigilien für das ungeborene Leben“ statt. Als Vigil werden in christlichen Kreisen traditionell nächtliche Gebetsriten bezeichnet.

Im Zusammenhang mit der Belästigung ungewollter Schwangerer und medizinischer Mitarbeiter*innen in Praxen und Kliniken, die Abtreibungen vornehmen, stellt das Vigil eine Kombi aus Messe, Gebetsmarsch und Bürgersteig-Mahnwache dar – im Fundi-Sprech eine „friedliche[…] Prozessionen, weil die Gläubigen betend und singend an die finstersten Orte der Städte ziehen, nämlich direkt vor die Abtreibungpraxen und -kliniken.“ (1)

Von der Stiftskirche aus ziehen die selbsternannten „LebensschützerInnen“ in Regensburg dann vor das Castra Regina Center. Dort befindet sich eine von zwei Praxen, in denen in Regensburg Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen werden.

2007 sprach Generalvikar Michael Fuchs im Rahmen einer solchen Messe und bezeichnet Abtreibungen als „Skandal Nummer eins, auf den wir mit Worten und Bildern hinweisen müssen“ (2)

Insofern geht unser Fuck Off nicht nur raus an rechte, konservative und ultrakatholische Kräfte, die sich in Polen gegen selbstbestimmtes Leben und reproduktive Gerechtigkeit stellen, sondern selbstverständlich auch an alle Fundis und rechte AkteurInnen in Regensburg und überall!


Solidarität mit der Liebig34 und allen anderen von Räumung bedrohten Freiräumen!

Seit 30 Jahren bietet die Liebig34 in Berlin Wohn-, Frei- und Schutzraum für Menschen, die von patriarchaler Gewalt betroffen sind oder auf andere Art und Weise marginalisiert werden – gestern wurde das anarcha-queerfeministische Projekt in der Liebigstraße 34 geräumt.

Wir stehen solidarisch an der Seite der L34!


Nachbericht: Keine ist vergessen! Kundgebung anlässlich eines Femizids in Regensburg am 08.10.2020

Etwa 30 Teilnehmer*innen kamen gestern beim Regensburger Notruf-Mahnmal zusammen, um ihre Wut und Trauer über einen Femizid in Regensburg auf die Straße zu tragen: Am 08.10.2020 wurde eine 47-jährige Frau durch ihren Ehepartner getötet. Das war das traurige Ergebnis häuslicher Gewalt, das war ein Femizid! Femizide und die Kontexte struktureller patriarchaler Gewalt zu benennen, ist wesentliche Voraussetzung, um sie bekämpfen zu können!

Lasst uns nicht zurück in die Vereinzelung, sondern weiter auf die Straße gehen und keine Ruhe geben, bis die patriarchalen Verhältnisse überwunden sind, die zu Gewalt gegen Frauen, Kinder und LGBTQI* führen! Nehmt ihr uns eine*, antworten wir alle!

Im Folgenden dokumentieren wir unseren Aufruf:

Nehmt ihr uns eine* – antworten wir alle! Gegen Femizide und Männergewalt!

Am 08. Oktober 2020 wurde in Regensburg eine Frau von ihrem Ehemann getötet – trauriger Gipfel einer Spirale häuslicher Gewalt.
Innerhalb weniger Tage, zwischen dem 29. Juni und dem 06. August 2020 wurden auch in Oberrimbach, Obergünzburg, Nürnberg, Schwandorf und in Plattling Frauen durch ihre – mutmaßlich – (ehemaligen) Partner umgebracht.
Diese Frauen wurden aufgrund ihres Geschlechts getötet – von Männern aus ihrem sozialen Umfeld. Femizide wie diese sind keine Einzelfälle: Statistisch gesehen wird in Deutschland jeden dritten Tag ein Femizid begangen – ein geschlechtsspezifischer Mord an einer Frau. 2019 wurden laut BKA alleine in Deutschland 135 Frauen und 15 Kinder durch (Ex)Partner getötet und weitere 63 Frauen zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die Taten werden in der Öffentlichkeit häufig nicht wahrgenommen und bleiben dort, wo sie meistens auch passieren: hinter verschlossenen Türen.

Laut einer WHO-Studie (2013) sind über ein Drittel aller Morde an Frauen so genannte intimate femicides, während nur 5% aller Morde an Männern durch (Ex)Partner*innen begangen werden. Diese sehr viel geringere Zahl ist kein Zufall. Femizide werden nicht selten als „Beziehungstat“, „Ehedrama“ oder „Tat aus Eifersucht“ verharmlost und dadurch privatisiert und entpolitisiert – dabei sind sie Teil der strukturellen Gewalt einer patriarchalen Geschlechterordnung! Femizide stellen das extreme Ende einer Reihe geschlechtsbasierter Gewalttaten von Männern gegen Frauen, LGBTQI* und Kinder dar.

Wir sind es so entsetzlich leid, Tag für Tag die Femizide zu zählen, die Taten patriarchaler Gewalt gegen Frauen, Kinder und LGBTQI* zu listen: Lasst uns unsere Wut, unsere Trauer und unsere Ohnmacht gegenüber den patriarchalen Verhältnissen, die uns ausbeuten, objektivieren, abwerten und töten, auf die Straße tragen, lasst uns die Taten öffentlich machen, lasst uns klar machen: Das Private ist politisch! Kommen wir raus aus der Vereinzelung, mit dem Anspruch, diese Verhältnisse zu überwinden und nicht alleine damit zu bleiben!

Dass wir die Kundgebung gegen Femizide und Männergewalt zum Notruf-Mahnmal hier in Regensburg verlegt haben, ist bewusst gewählt. Betroffenen häuslicher Gewalt fehlt es an Schutzräumen und -konzepten. Fast immer ist der einzige, annähernd sichere Ausweg das gewohnte Umfeld zu verlassen und sich um einen der nur sehr spärlich vorhandenen Plätze in einem Frauenhaus zu bemühen. Diese Einrichtungen arbeiten am Limit, um Schutzräume zu schaffen, sind jedoch erschreckend unterfinanziert. Ihre Mitarbeiter*innen sehen sich häufig dazu gezwungen ein perfides „Ranking“ an Gewalttaten anzuwenden, weil es schlicht nicht genug Platz für Schutzsuchende gibt: Laut der Istanbul-Konvention fehlen derzeit rund 4.250 Betten in Deutschland. Dass Frauenhäuser und Notrufnummern sich überhaupt endlich etablieren konnten, ist das Ergebnis ehrenamtlichen Engagements und des langen und Kräfte zehrenden Kampfs durch feministische Aktivist*innen.

Ach übrigens, nachdem wir am gleichen Abend der Tat die Suchbegriffe „Regensburg“ und „Mord“ in einer Suchmaschinge genutzt haben, sind wir nur auf ältere Berichterstattungen gestoßen, beim Begriff „Ehedrama“ jedoch wurden wir fündig. Das ist keine Lappalie: Wenn im Rahmen medialer Berichterstattung Femizide als „Beziehungstat“ oder – wie in diesem Fall vom BR als „Ehedrama“ – bezeichnet werden, werden die Taten dadurch privatisiert und entpolitisiert. Dabei wird nicht nur das Problem partnerschaftlicher Gewalt ins Private gedrängt, sondern werden Einzelfälle auch banalisiert. Ergebnissen eines Medienscreenings der Seite Gender Equality Media zufolge wurden bei 146 gescreenten Artikeln über Gewalt gegen Frauen in Deutschland in 97% der Fälle eben solch verharmlosenden Begriffe verwendet. Frauenverachtende Morde als Femizide zu benennen ist eine wesentliche Voraussetzung, um sie zu bekämpfen!

Wir stehen heute in Trauer und Wut! Unsere Solidarität und Anteilnahme gilt in erster Linie den Angehörigen. Sie gilt aber auch allen Betroffenen patriarchaler Gewalt und allen Einzelpersonen, Einrichtungen und Aktivist*innen, die Schutzräume eröffnen, die Taten benennen und gegen Femizide und Männergewalt auf die Straße gehen!

Kommt zur Kundgebung am 09.10.2020 um 18:30 Uhr am Notruf-Mahnmal (ggü. den Regensburg-Arcaden) – und euren vergesst Mund-/Nasenschutz nicht! Wir werden selbstverständlich auf die entsprechenden Rahmenbedingen entlang des Infektionsschutzes achten.


CSU raus aus unseren Gebärmüttern!

Kommentar zum Artikel https://www.regensburg-digital.de/staat-und-kirche-in-der-gebaermutter-unerwuenscht/05102020/?fbclid=IwAR0O5R5hYKVJJWI5D28EEYl8RUcwD8Nz1rUcgN3QqTCYVeIg7IfcRgqrf1A

Regensburg-digital berichtete über unsere Kundgebung anlässlich des #SafeAbortionDays in #Regensburg am vergangenen Samstag.

Wenig überrascht haben wir auch die Reaktion der Frauen-Union gelesen, eh klar: Eine Positionierung in Richtung reproduktiver Selbstbestimmung für alle Menschen und gesellschaftlicher Enttabuisierung von Abtreibungen hätten wir von Angehörigen einer Partei nicht erwartet, deren Mitglieder und Abgeordnete regelmäßig Grußworte an den von Fundis und Rechten getragenen „Marsch für´s“ Leben senden oder gleich gottesfürchtig mitmarschieren – scheinbar weitgehend ohne das Bedürfnis sich von AfD & Co. zu distanzieren.

Bereits 2017 hat die Frauenunion in einer Pressemitteilung „für Beibehaltung des §219a“ deutlich gemacht, dass sie an der katastrophalen Informationslage für ungewollt Schwangere festhalten wollen, die unter dem genannten Paragrafen respektive unter §219 geregelte Beratung und Information solle schließlich darauf abzielen „Frauen Perspektiven für ein Leben mit dem Kind aufzuzeigen“.

Wir sind der Meinung, dass die Frage nach Beratung und (unzureichender) medizinischer Versorgung ungewollt Schwangerer sehr wohl „für laute Überschriften“ taugt! Ganz im Gegenteil, liebe CSU: Der Kampf für die ersatzlose Streichung des §218 und §219a sowie für eine adäquate medizinische Versorgungslage muss und wird noch deutlich lauter werden! CSU raus aus unseren Gebärmüttern!

In diesem Zusammenhang haben bereits 176.000 Menschen die Petition zur Streichung des §219a und 27.580 Mensch die Streichung des §218 unterschrieben und solltet ihr noch nicht zu diesen zählen, fordern wir euch gerne auf, dies nachzuholen: change.org/WegMit218


Safe Abortion Day 2020: Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung! Egal wo. Egal wer. Egal warum.

Jährlich wird der Safe Abortion Day als internationaler Aktionstag organisiert, um auf die Dringlichkeit eines sicheren, entkriminalisierten und kostenfreien Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen hinzuweisen – in Regensburg veranstalten wir in diesem Rahmen am 03.10.2020 um 14 Uhr eine Kundgebung am Neupfarrplatz.

Diese wachsende internationale Bewegung, die unter anderem über die Website september28.org sowie mit den Hashtags #MyAbortionMyHealth und #28SEPT auf Aktionen aufmerksam, führt weltweit Aktivist*innen, die für sexuelle und reproduktive Gerechtigkeit kämpfen, zusammen. Der Tag wurde erstmals 1990 von der „Campaña 28 Septiembre“ als Aktionstag zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in Lateinamerika und in der Karibik begangen.

Mit dem diesjährigen Motto „Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung“ wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Notsituation für ungewollt Schwangere, die auf einen sicheren Ort und eine qualifizierte medizinische Fachkraft für die Beendigung einer Schwangerschaft angewiesen sind, immer dramatischer wird. Die Zahl der Arztpraxen und Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, sank bereits zwischen 2003 und 2018 um rund 40 % auf bundesweit etwa 1.200 Stellen. Ungewollt Schwangere, die eine Abbruch durchführen lassen wollen, müssen mittlerweile immer längere Strecken zurücklegen. Die Corona-Krise hat diese Situation nicht nur noch einmal verschärft, sondern ein Brennglas auf bereits seit Langem bestehende Missstände gelegt.

Statt Stimatisierung und Kriminalisierung brauchen wir adäquate Sexualaufklärung, kostenlose Verhütungsmittel und endlich Respekt für die Selbstbestimmung der Betroffenen! Egal wo. Egal wer. Egal warum: Reproduktive Selbstbestimmung ist Menschenrecht, Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung!

Im Rahmen der Kundgebung halten wir uns selbstverständlich an die geltenden Hygiene-/ Abstandsregeln und bitten euch, nicht nur den Mund-/Nasenschutz nicht zu vergessen, sondern auch vor Ort die Abstandsregeln einzuhalten – solidarisch gegen Corona!

Zum bundesweiten Aufruf geht es hier entlang: https://safeabortionday.noblogs.org/


Unterstützung der Petitionen „Aktion gegen Bierzelt-Sexismus“ und Solidarität mit der Initiator*innen  

Kürzlich wurde die Petition „Aktion gegen Bierzelt-Sexismus“ in Passau gestartet und fand schnell weitere „Ableger“ in Straubing und Regensburg. Die Initiativen richten sich dagegen, dass eine sexistische, Gewalt und Missbrauch verharmlosende Fassung des so genannten „Donaulieds“ weiterhin öffentlich gespielt respektive dargeboten wird, konkret im Rahmen diverser Bierzelt-Veranstaltungen wie dem Gäubodenfest in Straubing, der Passauer oder Regensburger Dult. 

In besagtem Lied wird die Vergewaltigung einer schlafenden Person besungen und dabei verharmlost. Mittlerweile ist die Initiatorin der Petition in Passau massiven, misogynen Hass-Kommentaren und Drohungen ausgesetzt. 

Selbstverständlich solidarisieren wir uns mit den Initiator*innen der Petition und unterstützen die Petitionen!

Hier geht es zu den Petitionen: 

Regensburg: https://www.change.org/p/festzeltwirte-in-regensburg-spielt-das-donaulied-nicht-mehr-2

Passau: https://www.openpetition.de/petition/online/bierzeltsexismus-aktion-gegen-das-donaulied-2 

Straubing: https://www.change.org/p/kein-donaulied-am-straubinger-gäubodenvolksfest?source_location=topic_page

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